In the middle of fucking nowere (San Bol)

Das Frühstück im Hotel gab es heute erst um 7.30 Uhr. Danach lief ich noch ganz schön lange durch Burgos, bis ich wieder auf den Camino traf.

Unterwegs begegneten mir Pilger auf Fahrrädern, die nach dem Weg fragten. Sie kamen aus Polen und wir haben uns eine Weile nett unterhalten.


Nach Burgos verlief der Camino in der Nähe der Autobahn, das war nicht so schön. Wechselte dann aber wieder in eine karge und weitläufige Landschaft: die Meseta.

Ansonsten traf ich unterwegs die zwei älteren Franzosen wieder, welche ich die letzten Tage immer wieder mal traf. Sie erzählten mir, dass sie ihr Gepäck immer befördern lassen und alle Herberge im Vorfeld bereits gebucht haben. Hab sogar ein bisschen Französich mit den beiden sprechen können.😉


Ich wusste heute früh noch nicht, wie lange ich laufen werde. Nach zwei Tagen Pause, war ich aber fit und hab knapp 30km geschafft. Es gab aber auch kaum Höhenmeter zu überwinden. Dafür war es mal wieder sehr windig, aber sonnig.

Unterwegs traf ich Fabrizzio, der mittlerweile nur noch ohne Rucksack läuft. Er erzählte mir, dass Ivan weiterhin mit dem Bus fährt. Er wolle sich morgen in einer Herberge mir ihm treffen. Er schlug vor ich solle ebenfalls dorthin kommen, damit wir mal wieder einen Abend zusammen verbringen können.
Er begleitete mich zu meiner auserwählten Herberge für heute Abend. Als er sie sah, meinte er: "What?! Here?! In the middle of fucking nowhere?! You've balls!!!". 😂
Die Herberge liegt tatsächlich im Nirgendwo. 6km nach der letzten Ortschaft und 5km vor der nächsten. Sie wurde im Reiseführer empfohlen und ich bin genug für heute gelaufen. Auf einmal hatte ich etwas Angst, dorthin zu gehen. Aber andererseits dachte ich mir, wenn es blöd ist, laufe ich die 5km in die nächste Ortschaft und suche mir dort etwas. Das war auch Fabrizzios Ziel. Er machte sich etwas Sorgen um mich und sagte ich solle mich auf jeden Fall melden. Wir seien eine Familie und müssen aufeinander aufpassen. Diese emotionalen Südamerikaner...

In der Herberge angekommen, war bereits eine andere Frau da und freute sich, dass sie nun nicht mehr alleine war. Nach und nach füllte sich die Herberge und nun ist sie mit 12 Pilgern komplett.
Es ist so wunderbar idyllisch hier. Ein paar Bäume, ganz viele Gänseblümchen und ein kleines Wasserbecken zum Abkühlen.
Da ich so früh kam, bakam ich noch warmes Wasser ab. Jetzt ist das aktuell bereits alle... Gleich gibt es gemeinsames Abendessen, hab schon ganz schön Hunger.


Die Kommunikation in der Herberge ist heute eher zurückhaltend. Ich habe aber auch selber nicht so viel Lust mit den anderen zu sprechen. Vielleicht ist die erste Euphorie über die Begegnungen mit anderen Menschen hier bereits vorbei? Oder man kennt einfach schon so viele und möchte keine weiteren kennenlernen?
Ich habe weiterhin Kontakt mit einigen Pilgern über Whatsapp, jeder ist aber aktuell an einem anderen Ort. Ich hoffe den/die ein, oder anderen mal wieder zu treffen...
Auf jeden Fall war es heute wunderbar wieder zu laufen. Zwei Tage Auszeit waren zwar gut, mir fehlte aber das Laufen. Letzte Nacht träumte ich sogar vom Laufen. Wie wird das sein, wenn ich wieder zu Hause bin?!
Ich habe durch das Laufen schon einiges abgenommen. Mir ist die Tage über schon aufgefallen, dass ich meinen Rucksack immer enger schnallen musste, aber heute durch Zufall habe ich mich im Spiegel gesehen. Vom Bauch ist einiges weg.😀 Ansonsten ist das Äußere hier enorm egal, ich schaue kaum in den Spiegel... Herrlich...

Gemeinsames Abendessen
Gemeinsames Abendessen

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Kommentare: 1
  • #1

    Holger (Mittwoch, 09 Mai 2018 20:14)

    Weiter so - du erreichst dein gestecktes Ziel!